Amrum im Winter

Amrum im Winter? Nichts für Jede*n. (Aber vielleicht für Dich?)

Amrum Leuchtturm in der Nebensaison

Seien wir ehrlich: Amrum im Winter bedeutet geschlossene Gastronomie, kurze Öffnungszeiten der Supermärkte, weniger Fährverbindungen und wechselhaftes Wetter. Wenn ihr überlegt, in der Nebensaison nach Amrum zu kommen weil Euch das günstiger kommt, könnt ihr hier aufhören zu lesen. Lasst es bleiben! Für einen klassischen Urlaub ist das nicht das richtige.

Für die, die das bis hierher noch nicht abgeschreckt hat, für Erholungsuchende oder Menschen, die einen besonderen Urlaub erleben wollen: Amrum im Winter hat viel Besonderes zu bieten:

Zuallererst habt ihr kilometerweit Kniepsand nur für euch alleine. Keine Menschenseele weit und breit. Ihr könnt euch den Kopf mal ungestört so richtig frei pusten lassen. Macht unendlich lange Spaziergänge, bei Minusgraden Wind und Wetter ausgesetzt, um danach, zurück in Eurer behaglichen Wohnung, den wohlverdienten Tee umso mehr zu genießen.

Kommt mal raus aus dem alltäglichen Trubel. Erlebt stattdessen Sturmfluten und andere Naturschauspiele. Findet endlich mal Zeit für Dinge, die ihr schon immer tun wolltet und zu denen ihr im Alltag zuhause einfach nicht kommt: Endlich den dicken Schmöker lesen oder sogar anfangen, selbst ein Buch zu schreiben. Warum auch nicht? Lasst Euren Gedanken freien Lauf.

Für all das gibt es keinen besseren Ort als Amrum, besonders in der Nebensaison. Und als netter Nebeneffekt sind Ferienwohnungen günstiger und es sind fast immer Wohnungen frei. So könnt ihr zu dieser Zeit oft auch kurzfristig noch eine Wohnung bekommen.

Kegelrobbe

Amrum im Winter: Zeit der Kegelrobbenbabys

Im Winter, zwischen November und Januar, werden die Kegelrobbenbabys geboren. Oft sieht man sie an hochwassergeschützten Plätzen liegen (auf Amrum zum Beispiel an der Odde in Norddorf). Sie sind durch ihr weißes Fell leicht zu erkennen.

Dieses ist schön flauschig, bietet die nötige Wärme und schützt gut vor Wind. Für den Aufenthalt im Wasser ist es zunächst jedoch nicht ausgelegt. Es saugt sich schnell voll und erschwert das Schwimmen. Außerdem ist im nassen Zustand die Wärmeisolation stark eingeschränkt. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, dass Menschen ausreichend Abstand zu den Jungtieren einhalten und auch ihre Hunde an der Leine führen. Eine Flucht ins Wasser könnte für ein junges Kegelrobbenbaby im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

Nicht zu vergessen ist auch, dass Kegelrobben die größten Raubtiere Deutschlands sind. Muttertiere sind nötigenfalls zum Angriff bereit.

Das Babyfell wird in den ersten 6 Wochen abgestoßen und durch das „normale“ Fell ersetzt. Nach dieser Zeit suchen die Tiere auch freiwillig mal das kühle Nass auf. Nicht zu verwechseln sind Kegelrobben mit ihren deutlich kleineren Artgenossen, den Seehunden. Diese kriegen jedoch erst im Mai/Juni Nachwuchs. Seehundbabys haben übrigens von Anfang an ein wasserabweisendes Fell.

Biikebrennen, Amrum im Februar

Amrum im Februar: Biikebrennen

Das Biikebrennen ist ein traditioneller Brauch auf den Insel, sowie teilweise auch in den Küstenregionen auf dem Festland. Jedes Jahr am 21. Februar werden in allen Dörfern auf Amrum Biikehaufen angezündet. Dies sind mehr oder weniger große aufgeschichtete Haufen aus Sträuchern und Baumschnitt, die in den Wochen zuvor angetragen wurden. Es sollen damit der Winter und böse Geister vertrieben werden. Teilweise wird symbolisch dafür eine Strohpuppe im Feuer verbrannt. Früher wurden mit dem Feuer auch die Walfänger verabschiedet. In den Restaurants gibt es ein traditionelles Grünkohlessen.

In den letzten Jahren wurden vermehrt die ökologischen Auswirkungen kritisiert. Wenn ihr uns fragt: Auch uns wäre es lieber, wenn die Biikefeuer wenigstens etwas kleiner ausfallen würden und ein Teil der Biomasse sinnvoller genutzt werden könnte.

Treibgut Strandgut

Strandgut / Treibgut

Auch wenn wir uns goldenes Oktoberwetter und windstille frostig-schöne Tage mit tiefblauen Himmel oft lieber sind, so haben doch auch die rauen Zeiten ihre schönen Seiten. Die Herbst- und Winterstürme wühlen das Meer auf und lassen uns bei Strandspaziergängen spannende Sachen finden.

Das Treibgut, das den Flutsaum ziert, fordert unsere Fantasie. Eine Apfelsine, ein rotes Gemüsebrett - bestimmt aus einer Kombüse, ein einzelner Schuh, ein Flaschendeckel mit chinesischen Schriftzeichen drauf, ein Rettungsring, ein ganzer Gartentisch aus Holz, ein mit Seepocken überzogener Eimer, große Holzbalken - vielleicht von einem alten Schiff?

Jedes Teil hat seine eigene Geschichte. So auch die Flaschenpost, die im April 2015 in Norddorf am Strand gefunden wurde. Über 100 Jahre war sie unterwegs und ist somit eine Sensation: die älteste jemands gefundene Flaschenpost.

Nach Westwind ist ein guter Zeitpunkt um am Strand zu sehen, was das Meer ausgespuckt hat. Wohingegen nach anhaltenden Ostwindperioden ein guter Zeitpunkt ist, um Bernsteine zu finden.

Silvester auf Amrum: Hulken

Wenn nicht gerade das Coronavirus alles durcheinander bringt, darf eine Sache bei den großen und kleinen Insulanern am Silvestertag nicht fehlen: Das "Hulken" (auf Föhr: "Kenknen", andernorts in ähnlicher Form: "Rummelpottlaufen").

Verkleidet, mit liebevollen Details, wird von Haus zu Haus gezogen und die Bewohner des Hauses müssen dann erraten wer vor ihnen steht. Zum Schluss gibt es für die Kleinen eine Süßigkeit und für die Großen einen Schnaps. Beim Verlassen des Hauses wünscht man sich „A seegent neijuar“ (Öömrang für „ ein gesegnetes neues Jahr).
Viele Hulken suchen natürlich auch Restaurants auf. So habt auch ihr als Gäste die Chance bei dieser Tradition hautnah dabei zu sein.

Um kurz vor Mitternacht treffen sich viele Einheimische und Gäste an der St. Clemens Kirche in Nebel. Das neue Jahr wird mit Glockenläuten begrüßt. Auch in Norddorf und Süddorf werden die Glocken geläutet und gemeinsam gefeiert (soweit erlaubt).

Böllern und Abbrennen von Feuerwerk sind auf Amrum übrigens nicht erlaubt. Manch einer ist vielleicht froh darüber...

Amrum im Winter bietet ein ganz besonderes Licht und viele Sonnenauf- und Untergänge über dem Meer – zu Tageszeiten, zu denen die meisten von uns wach sind.

Die besten Amrum-Fotos entstehen im Winter.

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